Grundgesetz Weblog

Der Schutz für das Grundgesetz!

Einkommensverteilung in Deutschland

Einkommenspiramide

Einkommenspiramide

AKTUELL ZUM THEMA: Alles redet von der Steuerreform, Studie der OECD belegt den dringenden Handlungsbedarf!

Negative Einkommensteuer der Königsweg?

Einkommensverteilung in Deutschland

47,1% verdienen 1€ bis unter 20.459 Euroeinkommenspiramide

47,4% verdienen 20.459 Euro bis unter 52.293 Euro

4,6% verdienen 52.293 Euro bis unter 122.724 Euro

0,5% verdienen 122.724 Euro bis unter 245.423 Euro

0,3% verdienen 245.423 Euro und mehr

.

.

.

.

Grüne Bereiche sind die Zahlen der Steuerpflichtigen im Jahr 2006. Der rote Bereich spiegelt die Zahlen der Einnahmen des Staates wieder.

Einkommen der Privathaushalte im Jahr 2006

netto-jahreseinkommen-in-deutschland-20053% der Haushalte hatten weniger als 500 Euro zur Verfügung.

26 % aller Haushalte hatten zwischen 900 und 1 500 Euro zur Verfügung.

33% standen netto monatlich 1 500 bis 2 600 Euro zur Verfügung.

20% hatten von 2 600 bis 4 500 Euro

6% hatten über 4 500 Euro hatten.

.

.

haushaltsnettoeinkommen-nach-sozialer-stellung-2006

Quelle Statistisches Bundesamt Nov 2008

Zum kompletten sozialbericht_datenreport_2008

.

.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht in Deutschland weiter auseinander.

Das geht aus dem “ Sozialbericht für Deutschland “ hervor, den das Statistische Bundesamt, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung am 19. November 2009 in Berlin vorgestellt haben.

Der Report heißt zwar Datenreport 2008, die Zahlen in diesem Report beziehen sich aber auf die Jahre 2005/2006, als Jahre des Aufschwungs in Deutschland. Heute würde dieser Report noch ernüchternde Zahlen aufweisen.

Realeinkommen von 2001 bis 2006 nur minimal gestiegen.

2001 betrug das reale Haushaltsnettoeinkommen im Durchschnitt 1392 Euro monatlich. 2006 waren es 1413 Euro. Die Mittelwerte sagen aber nichts darüber aus, wie die Einkommen in der Bevölkerung verteilt sind.

Hier nehmen die Unterschiede laut der Studie zu:

So verfügten die ärmsten 20 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2006 über einen Anteil von 9,3 Prozent am monatlichen Gesamteinkommen der privaten Haushalte. 1997 betrug der Anteil noch 10,1 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der wohlhabenden 20 Prozent am Gesamteinkommen gewachsen.

Zitat aus dem Bericht: „Inzwischen ist das Ausmaß der Einkommensungleichheit auf einem der höchsten Niveaus der vergangenen Jahrzehnte angelangt“.

So werde die gestiegene Ungleichheit „weniger stark als früher durch staatliche Umverteilungsmaßnahmen reduziert“. Bestätigt wird in der Studie auch die These von der schrumpfenden Mittelschicht: „Während die Bevölkerungsanteile am unteren und am oberen Ende der Einkommensschichtung zumindest in den letzten beiden Jahren zunehmen, gehen die entsprechenden Anteile in den mittleren Schichten zurück“, so der Sozialbericht. Wie in dem Datenreport weiter zu lesen ist, hat sich die Chance verringert, von der untersten in gehobene Einkommenslagen zu springen. Das Risiko ganz unten zu bleiben, habe sich „über die Jahre hinweg deutlich erhöht“.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass es eine zunehmende Diskrepanz zwischen West- und Osteinkommen gibt. Die Armutsquoten seien besonders in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren überproportional gestiegen. So lebten 2006 in Ostdeutschland 22,7 Prozent der Bevölkerung in Armut, 2001 lag diese Quote noch bei 15,3 Prozent. In Gesamtdeutschland hat sich in diesem Zeitraum die Armutsquote von 11,4 auf 13,9 Prozent erhöht.

Auf einer Skala von null bis zehn weisen die im Jahr 2005 gemessenen Werte von 5,2 in Westdeutschland und 3,9 in Ostdeutschland „auf ein besorgniserregend niedriges Niveau der Demokratiezufriedenheit in Deutschland“ hin, heißt es in der Studie.

In der Bundesrepublik gibt es mehr reiche und mehr arme Menschen – und immer weniger dazwischen.

Lesen Sie dazu den Artikel: Der Exodus des Mittelstandes.

EINKOMMENSTEUERVERTEILUNG IN DEUTSCHLAND

Ein Viertel der deutschen Steuerpflichtigen zahlt rund 80 Prozent der Einkommensteuer. Und die Hälfte aller Zahler trägt lediglich vier Prozent zum Steueraufkommen bei. Insgesamt nahm der Staat mit dieser Steuer 180,8 Milliarden Euro ein.

10,1 Millionen oder 28,8 Prozent erzielten sogar Gesamteinkünfte von maximal 10.000 Euro. Diese waren zum größten Teil steuerfrei.

26,8 Prozent der Steuerpflichtigen erzielten im Jahr 2004 Einkünfte (leider gibt es noch keine neueren Zahlen) von mindestens 37.500 Euro. Diese Gruppe zahlte 79,6 Prozent der Lohn- und Einkommensteuer in Deutschland.

Die Hälfte der gesamten Einkommensteuer wiederum zahlten gut acht Prozent aller Einkommensteuerpflichtigen, sie nahmen im Jahresverlauf mehr als 66.200 Euro ein.

Rund 17,5 Millionen Bürger hatten Einkünfte von weniger als 23.000 Euro und trugen somit nur rund vier Prozent zur gesamten Einkommensteuer des Jahres bei.

Unter den Spitzenverdienern des Jahres 2004 waren immerhin 9688 Euro-Millionäre mit Durchschnittseinkünften von 2,7 Millionen Euro. Sie stellten 0,03 Prozent aller Steuerpflichtigen. Von ihnen zahlte jeder im Durchschnitt 968.000 Euro Einkommensteuer.

DIE AUSWIRKUNGEN DES „KLASSENKAMPFES“ ODER DIE POLITIK DES NEIDES

Paul Krugman Auszug aus der Zeit: >Nur wenigen Leuten ist bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, „Klassenkampf“ oder eine „Politik des Neides“ zu betreiben. Und nur wenige Leute sind tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich immer weiter öffnenden Schere zu sprechen – ökonomische, soziale und politische Auswirkungen.

Doch was in den USA heute geschieht, kann nur verstehen, wer das Ausmaß, die Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Ungleichheit in den letzten drei Jahrzehnten begreift. Wer begreifen will, wieso es in Amerika trotz allen ökonomischen Erfolgs mehr Armut gibt als in jeder anderen großen Industrienation, der muss sich die Einkommenskonzentration an der Spitze ansehen.<

Eine Veränderung, dieser heute als unaufhörlichen Zustand zu ertragenden Tendenz, ist nur im breiten Diskurs möglich. Beteiligen Sie sich daran. Schon der kleinste Kommentar wirkt dabei mit.

Einige Lösungsansätze für eine neue Sozial- und Steuerpolitik.

Das Grundeinkommen / Bürgergeld

Das Bandbreitenmodell

Negative Einkommensteuer

Georg Schramm – Ästhetik der Vermögensverteilung

9 Kommentare »

  1. […] Sie dazu die Artikel: Einkommensverteilung in Deutschland mit dem kompletten Sozialbericht 2008 und Der Exodus des […]

    Pingback von NEUES: Sozialreport 2008: niedrigses Niveau der Demokratiezufriedenheit! « Grundgesetz Weblog | November 20, 2008 | Antwort

  2. Hallo,

    eine Frage: Die Statistik über die Einkommensverteilung in Deutschland 2006 hat welche Quelle?

    Kommentar von Volker Rockel | Januar 14, 2009 | Antwort

  3. Quelle Statistisches Bundesamt Nov 2008. Zum kompletten sozialbericht_datenreport_2008 ist oben ein Link angegeben.

    Kommentar von WM2000 | Januar 15, 2009 | Antwort

  4. Die Schere, Macht, Einkommen und Vermögen geht in Deutschland seit den 90-iger Jahren immer weiter auseinander, das ist richtig.
    Nach dem Gini-Koeffizenten (der bekannteste Ungleichverteilungsmaßstab) für verfügbare Einkommen schneidet Deutschland mit vergleichbaren Ländern immer noch recht gut ab. Um die Ungerechtigkeiten zu verringern aber auch zu verschleiern haben wir in Deutschland einen gigantischen Umverteilungsapparat und einen Sozialhaushalt den wir n o c h bereit sind, wenn auch mit zunehmenden Einschnitten, zu bezahlen. Dieser Sozialhaushalt ist aber eher ein Indiz dafür, wie ungerecht eine Gesellschaft ist und zeigt, dass an den Zeitpunkten und Quellen, wo Macht, Einkommen und Vermögen entsteht oder gebildet wird, immer schlechter geteilt wird. Demzufolge ist der Gini-Koeffizent für Markteinkommen also Einkommen die nicht durch den o.a. Umverteilungsapparat entstehen ( Sozialleistungen, Hartz IV usw.) und die Einkommen von denen noch keine Steuern und Sozialabgaben abgezogen wurden) schon jetzt weit ungünstiger als der für verfügbare Netto-Einkommen, und dieser Koeffizent hat sich in den letzten Jahren ständig verschlechtert. Um die Ungerechtigkeiten mal wieder zu verringern, müssen also viele Arbeitnehmer mit geringen Einkommen ein höheres erhalten und im Gegenzug müssen viele Arbeitnehmer die viel bekommen natürlich weniger bekommen. Es muss ein Mindestlohn gezahlt werden und Einkommen, egal in welcher Einkommensart sie entstehen, müssen oben gedeckelt werden. Es müssen Klein und Mittel-Unternehmer
    z u l a s t e n gutverdienender Großunternehmungen und Konzerne gefördert werden.
    Mehr Gerechtigkeit hat nie etwas mit der Höhe des Volskeinkommens oder auch der Höhe der Wachstumsrate einer Volkswirtschaft zu tun. Ein hohes Volkseinkommen und eine Wachstumsrate muss nicht zwangsläufig zu hoher finanzieller Gerechtigkeit führen – Beispiel USA.
    Abschließend noch ein Wort zum o.a. Begriff Macht.
    Marktwirtschaft soll sein, daß z.B. eine Frau alte Menschen pflegt und ihnen den Hintern abwicht für €5 brutto die Stunde, soll aber auch sein daß z.B. ein Manager einer großen Firma €10 Millionen brutto im Jahr bekommt. Man sieht, dass Markt- und Machtwirtschaft sehr, sehr eng beieinander sind.
    Auch als Ablehner jeglicher Planwirtschaft kommt man nicht drum herum, zu erkennen, daß diejenigen die die Macht haben in der Regel auch weit mehr Geld haben als die anderen.
    Was lehrt uns dies abschlißend ?
    Das wichtigste für eine bessere finanzielle Gerechtigkeit die Macht des Kapitals zu begrenzen und diese wieder etwas mehr hin zum Produktionsfaktor Arbeit (Arbeitnehmer) zu verlagern.

    mfG Frank-Peter Kyborg

    Ausserdem müssen natürlich Gewinne und Kapitalerträge aber auch Vermögen einen weit höheren Anteil in den Solidartopf einzahlen.
    Finanzielle Gerechtigkeit darf nie an Wachstum gekoppelt werden. In einem Land,in dem das relative Volkseinkommen geringer ist z.B. als in Deutschland kann es durchaus finanziell gerechter zugehen.

    Kommentar von Kyborg | November 28, 2009 | Antwort

  5. […] Prinzip laufen würden, so dürften nur die Deutschen wählen gehen, die ein Jahresgehalt von über 52.239€ haben. Feiiiines […]

    Pingback von Gema wehrt sich gegen “Bashing” « Chillheimer Blog | Februar 26, 2010 | Antwort

  6. danke, ich hab zwar keine ahnung davon, hat aber sehr geholfen!!!

    Kommentar von schneider | März 16, 2010 | Antwort

  7. Hi, auch wenn der Artikel auf der Quelle des Statistischenbundesamtes basiert ist die Grafik falsch!

    im Bereich ~40TSD bis ~71TSD ist ein Fehler unterlaufen… (allerdings ist er logisch lösbar – es handelt sich nur im einen Schreibfehler)

    es muss heißen:

    ~40TSD bis ~52TSD 5,4Prozent
    ~52TSD bis ~71TSD 3,0Prozent

    grüße

    dErz

    Kommentar von derzonk | April 14, 2010 | Antwort

  8. Die Probleme sind auf dieser Seite hervorragend beschrieben. Ich habe ein Modell für gerechte Vermögenssteuern und gerechte Einkommenssteuern erarbeitet und brauche nun Hilfe. Facebook ist leider nicht geeignet für eine so umfangreiche Arbeit, übernimmt meine Tabellen und Formate nicht, aber für eine eigene Seite habe ich kein Geld. Ich würde mich freuen, wenn ihr meine Facebook-Notiz (Sandra Tiyaworabun) lesen würdet, und wenn ihr brauchbares findet, es übernehmen und verbreiten helfen würdet.

    Kommentar von tiyaworabun | August 25, 2011 | Antwort

  9. […] eine doktorarbeit verwenden, aber zumindest scheinen sie bei der oecd abgeschrieben zu haben… Einkommensverteilung in Deutschland und ich meine schon, dass es sich um brutto handelt. ich glaube viele hier überschätzen die […]

    Pingback von Neues Enhancement? Kein Zugang mehr für HONs in FCT/FCL bei Kurzstrecke - Seite 30 | Februar 17, 2012 | Antwort


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s