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Der Schutz für das Grundgesetz!

NEUES – Amoklauf von Winnenden – Opferfamilien fordern Einschnitte ins Grundgesetz.

Die Familien von fünf der beim Amoklauf von Winnenden getöteten Schüler haben sich in einem offenen Brief an Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) gewandt und Konsequenzen aus der Tat gefordert.

In dem Schreiben, das die Winnender Zeitung am Samstag veröffentlichte, appellieren sie an die Politiker, den Zugang für Jugendliche zu Waffen zu erschweren, Gewaltdarstellungen im Fernsehen einzuschränken, sogenannte Killerspiele zu verbieten, den Jugendschutz im Internet auszubauen und die Berichterstattung der Medien über Amok-Täter zu reglementieren. Doch am Kern der Sache geht der Aufruf der Eltern vorbei und fordert massive Eingriffe in die Grundrechte.

DER OFFENE BRIEF DER OPFERFAMILIEN

„(…) Die Trauer und die Verzweiflung nach dem Verlust geliebter Kinder, Frauen und Männer sind noch überall gegenwärtig. Insbesondere bei uns, den Angehörigen. Der Gedanke, warum es ausgerechnet unsere Liebsten getroffen hat, und wie es überhaupt zu dieser Tat kommen konnte, wird uns unser Leben lang begleiten. In unserem Schmerz, in unserer Hilflosigkeit und in unserer Wut wollen wir aber nicht untätig bleiben (…). Wir wollen, dass sich etwas ändert in dieser Gesellschaft, und wir wollen mithelfen, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann.

Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich. Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf großkalibrige Waffen verzichten kann (…).

Der Gesetzgeber hat die Vergabe von Waffenbesitzkarten und die daraus entstehenden Verpflichtungen, wie z.B. Die Aufbewahrung von Waffen und Munition, vollständig geregelt. Die zu erwartenden Strafen bei Verstoß gegen die entsprechenden Gesetze erfüllen aber nicht ihren Zweck. Eine Ordnungswidrigkeit wird eher wie ein Kavaliersdelikt betrachtet. Der Gesetzgeber muss Verstöße gegen das geltende Waffenrecht deutlicher und stärker ahnden.

Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. (…) Wenn wir es zulassen, dass unseren Mitbürgern weiterhin täglich Mord und Totschlag serviert werden, ist abzusehen, dass die Realität langsam, aber stetig dem Medienvorbild folgen wird. Von den Sendern muss verlangt werden, dass sie ein ausgewogenes Programm anbieten und die Zurschaustellung von Gewalt reduziert wird. Eine
„Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden. Die Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche fernsehen, sollten generell gewaltfrei sein.

Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle Gewalt verherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.

Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht.

Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern. Wir wollen, dass der Name des Amokläufers nicht mehr genannt und seine Bilder nicht mehr gezeigt werden. Am aktuellen Beispiel von Winnenden zeigt sich, dass die derzeitige Berichterstattung durch unsere Medien nicht dazu geeignet ist, zukünftige Gewalttaten zu verhindern. Auf nahezu jeder Titelseite finden wir Namen und Bild
des Attentäters.

Diese werden Einzug finden in unzählige Chatrooms und Internet-Foren. Eine Heroisierung des Täters ist die Folge. Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.

Wir wollen, dass die Tat aufgeklärt und aufgearbeitet wird. Das Warum der Tat wird sicher nie vollständig geklärt werden können. Wichtiger für die Angehörigen und unser aller Zukunft ist die Frage: Wie konnte es geschehen? Wir wollen wissen, an welchen Stellen unsere ethisch-moralischen und gesetzlichen Sicherungen versagt haben. Dazu gehören auch das Aufzeigen der persönlichen
Verantwortung und die daraus folgenden auch juristischen – Konsequenzen.“

Waffengesetze verschärfen, Gewalt im Fernsehen verbieten, Verbot für Killerspiele, Zensur im Internet und Abschaffung der Meinungsfreiheit, ist der Tenor dieses offenen Briefes.

Wo ist die Rüge an den Eltern die diese moralfreie Gesellschaftsordnung drei Jahrzehnte zugelassen hat? Ja der Eltern, denn diese Wählen seit drei Jahrzehnten die Politik, die den Bürger in diesen Turbokapitalismus treiben, der keine Zeit für moralische Gedanken zulässt.

Turboerziehung, Turboschule, Turbolernen, Turboarbeiten bestimmt unsere Gesellschaft. „Schaffe, Schaffe Häusle bauen“ Kinder kriegen und keine Zeit für das begleiten von Kindern. Das ist die Gesellschaft in der wir leben. Dies zu ändern ist die Forderung die, die Gesellschaft anstreben darf, um unseren Kindern ein Leben in Achtung geben zu können.

Zu den Waffen: Einige Ansätze mögen richtig sein, -wie die Frage ob man als Sportschütze großkalibrige Waffen dafür braucht, doch den Kern der Sache trifft es nicht. In Deutschland lagern im Privatbesitz ca. 30 Millionen Waffen, von denen nur ein Bruchteil amtlich registriert sind. Jeder der sich eine Waffe besorgen will kann dies heute machen. Besser ist da der Vorschlag die Munition in Deutschland in einem strengen Reglement zu unterziehen. Verkauf nur mehr an berufsbedingte Gruppen erlauben, die wie die Polizei über die Patronen Buch führen müssen. Sonstiger privater Verkauf wird verboten. Nicht dass ich so blauäugig bin und im Untergrund weiter auch Munition verkauft wird. Aber unerlaubter Munitionsbesitz muss unter härteste Strafe gestellt werden (versuchter Mord).

Ob das mit Herrn Schäuble zu machen ist, der 2007 gegen ein schärferes Waffengesetz war, ist zu bezweifeln. Die Waffenlobby wird ihm den Weg schon zeigen.

Zum Fernsehen: Schon 1993 kickte ich unseren Fernseher vom Möbel als mein Sohn dort anfing Privatsender anzuschauen. 5 Jahre hatten wir keinen mehr bis mein Sohn alt genug war diese Gehirnwäsche zu verweigern und wenn gesehen den Inhalt einstufen zu können. Nur das was man vorlebt wird von den Kindern angenommen.

Nur ein breites Angebot für Kinder und Jugendlichen im TV vom Cartoon bis Wissen kann gegen die Kinder abhalten das von Werbung durchzogene Privat TV und dem Umstieg zum nicht beherrschbaren Internet. Doch ein Sender der zu fixierten Zeiten unterschiedliche Altersschichten zu erreichen versucht ist keinesfalls Zeitgemäß. Für jedes Alter ein TV Sender ohne Werbung kann hier die Lösung sein.

Killerspiele und Internet: Man wird diese Spiele nicht wegbekommen so lange man nicht den Big Brother installiert hat zu dem es hoffentlich nie kommen wird. Man kann die Abschaffung der Killerspiele mit den Olympischen Spielen in Peking vergleichen. Die Internetzensur wurde und wird zu Recht angeprangert. Allen kann man diese Gewalt verherrlichen Spielen nicht verbieten und die Altersbeschränkung ist so lange das Internet vermeintlich Frei ist immer auch umgehbar. Den Handel kann man besser Kontrollieren (manche haben auch schon begonnen diese Spiele aus den Regalen zu nehmen) das Internet nicht.

Printmedien: Eine Schelte ist bei einigen Zeitungen und Boulevardblättchen schon angebracht. Doch eine Beschränkung der Meinungsfreiheit, die es zu erhalten gilt, wird ähnlich wie beim Internet, dem „Big Brother“ Tür und Tor geöffnet. Man wird den Schmutz nicht los, durch das man Dreck über das Grundgesetz zieht. Und das müsste geändert werden, wenn man den Printmedien Einhalt gebieten möchte.

Verbote, Einschränkungen und Zensur

Die Vorschläge mögen in vielen Punkten berechtigt sein, doch Praktikabel und durchsetzbar sind diese, bei näherer Betrachtung nur im kleinen. Wo sind die Forderungen nach mehr Zeit für die Kinder? Wo ist die Forderung nach besserer kinder- und jugendgerechter Bildung? Wo ist die Forderung nach besserer Jugendarbeit, die seit Jahren durch die Politik reduziert wird? Wo ist die Forderung Kinder und Jugendliche nicht mit Psychopharmaka ruhig zu Stellen, die nachweislich auf die Hemmschwellen der Kinder und Jugendlichen negativ einwirkt.

Die Gesellschaft wird sich mit Forderungen nach Verboten, Einschränkungen und Zensur weiter von unseren Kindern und Jugendlichen entfernen, statt mit wirklicher Begleitung der Kinder und Jugendlichen diesen wieder anzunähern.

März 22, 2009 - Posted by | 00.000 NEUES

1 Kommentar »

  1. Endlich kommt ein deutscher Politiker auf die Idee, das Grundgesetz zu erfüllen und den Auftrag der Gründungsväter auszuführen, nach der Wiedervereinigung eine durch das Volk abzusegnende Verfassung auszuarbeiten. Das Grundgesetz ist dem Volk nie zur Absegnung vorgelegt worden. Vielleicht ist das auch die Gelegenheit, der unselig-undemokratischen Verhältniswahl eine Absage zu erteilen.
    Es gibt noch viel zu tun in Sachen Demokratie, packen Sie es an, Herr Müntefering, meine ungeteilte Unterstützung haben Sie.

    Kommentar von Siegbert Meier | April 30, 2009 | Antwort


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